Die erste Flugstunde

Heute war das Wetter nach langem Warten endlich mal perfekt für den ersten Flugtag. Der Schnee ist gänzlich verschwunden, kein Wind, kein Nebel, keine Wolken und 10°C Außentemperatur.

Also um 14.00 Uhr kurz den Fluglehrer angerufen und eine Stunde später stand ich auch schon aufgeregt und nervös wie ein 6 Jähriger zu Weihnachten vor der rot-weißen Cessna 152 Baujahr 1979 der Flugschule Ostbayern.

„Vorflugcheck machen wir heute noch nicht“, hat der Fluglehrer gesagt, als ich begann den Motor genauer unter die Lupe zu nehmen. „Das habe ich bereits alles erledigt. Bitte hier Sitz einstellen, einsteigen und anschnallen“, kam eine klare Ansage.

Mit meinen 1,90 m ist die Cessna 152 nicht unbedingt leicht zu betreten. Da musste ich mit den Händen nachhelfen um meine Beine, elegant wie eine 80jährige Oma, durch die enge Kabinentüre zu schieben. Der Sitz bis auf Anschlag zurück und das Steuerhorn lässt sich gerade noch drehen ohne meine Beine zu berühren.  Nachdem ich endlich eine bequeme Sitzposition gefunden hatte gab es eine kurze Einweisung zum Instrumentenbrett.

Als erstes stand Rollen auf dem Programm.

Also mal das Vorfeld entlang und dann die Startbahn rauf und runter rollen. Gewohnheitsmäßig habe ich natürlich bei jeder Kurve das Querruder betätigt…

Dann noch einmal Wenden und schon standen wir in Startposition. Der Fluglehrer hat über Funk die Freigabe eingeholt und ich durfte das erste Mal starten. Das mit der Steuerung über die Pedale war nicht ganz so einfach. Ohne Hilfe des Fluglehrers hätte ich wahrscheinlich in der Wiese neben der Startbahn abgehoben statt auf der Asphaltpiste.

Wow…was für ein Gefühl. Endlich in der Luft.

Wir stiegen in Richtung der Startbahn 14 auf 3000 ft. Nach dem Erreichen der Höhe eine erste flache Linkskurve auf Kurs 360°. Wir flogen nach Norden in Richtung Bayreuth VOR.
Unterwegs erklärte der Fluglehrer die Funktion des VOR.
Dank zig Stunden mit Microsofts Flight Simulator X war Fahrtenmesser, Höhenmesser, Kurskreisel und Wendezeiger keine unbekannten Geräte für mich und es gelang sehr gut Höhe, Geschwindigkeit und Kurs zu halten.
Nach ca. 20 Minuten Flugzeit erreichten wir die ersten Ausläufer des Fichtelgebirges. Es war deutlich die aufliegende Wolkendecke dahinter zu erkennen.
Der Fluglehrer entschied mich ein paar Kurven und Kreise fliegen zu lassen. Danach flogen wir auf Radial 140 des VOR Bayreuth zurück Richtung Flugplatz Weiden.

Dort ging es dann in die Platzrunde auf 2300 ft. Im Gegenanflug entlang der Hochspannungsleitungen, vorbei an der Sandgrube, danach eine Rechtskurve in den Queranflug, Vergaservorwärmung ziehen und den Drehzahlabfall mit etwas Gas auffangen, Landeklappen auf 20°. Dann noch eine Rechtskurve in den Endanflug. Gashebel komplett zurück. Maschine an der Landebahn ausrichten und Kurs halten. „Mach´s wie im Simulator“, meinte der Fluglehrer und ließ mich den Endanflug selbst durchführen.
Ein Hubschrauber schwebte in 10 Meter Höhe rechts neben der Landebahn. Ich versuchte die Mitte der Landebahn zu treffen. Der Fluglehrer ließ mich immer noch machen. Kurz vor dem Aufsetzen (in Höhe des Hubschraubers) auf einmal eine Böe von rechts. Hätte der Fluglehrer nicht eingegriffen, wäre ich wahrscheinlich direkt im Hangar gelandet. Etwas Schräg, meinem Gefühl nach mit ein bisschen zu hoher Geschwindigkeit und viel Gehüpfe haben wir dann auf dem Asphalt aufgesetzt.
„Das war der Hubschrauber“, sagte der Fluglehrer. Hmmm….hätte er ja auch vorher sagen können.

Alles im Allen ein super Flug. Um das schöne Wetter auszunutzen steht für Morgen gleich die nächste Stunde auf dem Programm. Ich kann es kaum erwarten.

Zuletzt geändert am 3. März 2012 um 08:42 Uhr von Patrick.